BitMEX schließt drei Länder vom Handel aus

Rostiges Schloss
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In einer Pressemitteilung ließ das Unternehmen, die HDR Global Trading, welches hinter der Exchange steht, wissen, dass man drei weitere Länder vom Handel ausschließen werde. Betroffen von der Maßnahme sind die Seychellen, die Bermudas und Hongkong.

Das Unternehmen hat an allen drei Standorten eigene Betriebsstätten oder Angestellte und will dadurch sicherstellen, dass diese keinen Einfluss auf den Handel nehmen können. Es handelt sich also konkret um eine Maßnahme, um den regulatorischen Anforderungen entsprechen zu können.

BitMEX erfuhr im Laufe der letzten Woche erhöhten Druck aus den USA und wird auch von der CFTC untersucht.


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Wurden US-Kunden zugelassen?

Da BitMEX gegenüber seinen Kunden auf einen KYC-Prozess standardmäßig verzichtet, ist nicht auszuschließen, dass auch Personen aus den USA bedient wurden. Gleichermaßen betrifft dies auch Länder, die von Embargos betroffen sind.

Das Unternehmen wurde öffentlich dafür von Nouriel Roubini gescholten. Roubini lieferte sich mit dem CEO und Mitgründer von BitMEX, Arthur Hayes, eine denkwürdige Debatte. In dieser sprach sich Roubini, der als einer der heftigsten Kritiker von Kryptowährungen gilt, gegen die KYC-Politik von BitMEX aus und erhebte schwere Anschuldigungen.

Nur kurze Zeit später gaben US-Behörden bekannt, dass sie die Geschäftspraxis von BitMEX näher untersuchen werden. Medienberichten zufolge führte dies zu einer Welle von Transaktionen, weil viele Nutzer anscheinend ihre Einlage von der Exchange abzogen.

Keine Garantien

Die jetzige Maßnahme betrifft wohl am ehesten den Vorwurf des Insider Tradings. BitMEX will sicherstellen, dass kein Angestellter auf den Handel Einfluss nehmen kann. Ob dies durch Geoblocking zu erreichen ist, bleibt fraglich.

Denn Angestellte könnten genauso gut einen VPN-Service verwenden, wie es auch Nutzer aus anderen Ländern können, denen der Handel verboten ist. Tatsächlich finden sich im Internet mehrere inoffizielle Berichte, dass die Exchange ohne weiteres per VPN erreichbar ist.

Da im Anschluss kein KYC-Verfahren durchgeführt wird, verpufft der Effekt. Sollte sich BitMEX zu weiteren Schritten entschließen, dann wäre ein KYC-Verfahren vermutlich der sinnvollste, denn er würde alle Bedenken aus dem Weg räumen.

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